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Tuesday, February 15, 2005

JAZZOrganist Jimmy Smith gestorben

Fast ein halbes Jahrhundert war er prägend im Jazz: Jimmy Smith gehörte mit Milt Buckner und Wild Bill Davis zu den großen Stilisten an der Hammondorgel. Jetzt ist der Musiker im Alter von 79 Jahren gestorben.



AP
Jazz-Legende Jimmy Smith: Die Orgel "funky" gemachtScottsdale, USA - In den fünfziger Jahren revolutionierte Jimmy Smith das angestaubte Image der Hammond-Orgel. Bezeichnete man den Sound des klotzartigen braunen Instruments lange als pfeifend, sprach die Kritik auf einmal von einem "schreienden" und "funky" Stil. Von da an war die Hammond nicht mehr für kitschige Schummerklänge zuständig, sondern wurde zum eigenständigen Jazz-Instrument. Heute ist sie in der Klangwelt der Rap-Truppe Beastie Boys ebenso zu Hause wie bei den Elektro-Künstlern Propellerheads.Die Revolution begann als Unzufriedenheit: Der 1925 in Norristown, Pennsylvania, geborene Smith, war zu Beginn der fünfziger Jahre frustriert vom schäbigen Klang der Klaviere, die er als Bar-Pianist traktieren musste. Dann hörte Smith den Orgel-Virtuosen Wild Bill Davis, kaufte sich selbst eine Hammond und lernte in Rekordzeit, mit Pedalen und Registern umzugehen. Dabei nutzte er die Linke perkussiv, mit der Rechten improvisierte er rasante Läufe. Smiths Stil, meist als Souljazz bezeichnet, eroberte schnell das Publikum und beeinflusste die damaligen Organisten wie Jimmy McGriff, Richard "Groove" Holmes und Shirley Scott. Doch Kritik und Musikerkollegen beäugten den neuen Sound argwöhnisch: Hammond-Organisten spielten in Bars, ihre Platten liefen in der Jukebox und ihre Songs waren höchst tanzbar. Was die Musikkritik ebenfalls verwirrte: die Hammond-Virtuosen nahmen Cover-Versionen von Pop-Songs auf. Dennoch war die Nachfrage nach Smiths Hammond-Jazz so groß, dass das renommierte US-Blatt "Downbeat" 1964 eine jährliche Kür des besten Organisten ausrief. Smith gewann den Titel 25 Mal in Serie. 1962 wechselte er vom Traditionslabel "Blue Note" zu "Verve Records", wo er auf Arrangeure wie Lalo Schifrin, Claus Ogerman und Oliver Nelson traf. Sie reicherten seinen Sound mit Hörnern, Violinen und großer Orchesterbesetzung an und ermöglichten ihm so den Eintritt in die Pop-Charts.Eroberte die Orgel in den sechziger Jahren zunehmend die Pop- und Rockbands, erlebte sie in den Siebzigern einen deutlichen Imageverlust. Das Clavinet, das Fender Rhodes-Piano und die ersten Synthesizer eroberten die Szene; im Disco-Sound der Zeit war für den Hammond-Funk kein Platz. Erst die Neunziger, als DJs die Plattenkisten ihrer Eltern plünderten und Bebop, Hardbop und Soul für die Clubs wiederentdeckten, kam auch Smith erneut zu Ehren. 2001 nahm er das Album "dot.come blues" auf und bewies noch einmal, dass die Hammond-Orgel aus dem Sound moderner Popmusik nicht wegzudenken ist. Am vergangenen Dienstag ist Jimmy Smith im Alter von 79 Jahren gestorben.